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Expeditions-Logbuch

30.12.2015: Besuch an Bord


Besuch an Bord


Mauro ist ein engagierter junger Mann. Der Argentinier aus Buenos Aires hat drei Monate auf Norderney gelebt und dort das Segeln lieben gelernt. Nun ist er in Puerto Williams der Liebling aller Kinder. Er hat das wichtigste Freizeitangebot für die Jugend des Ortes aufgebaut. Eine Segelschule. Acht Optis stehen zur Verfügung. Täglich sind die Steppkes aus Puerto Williams mit Mauro auf dem Wasser. Entweder direkt im geschützten Seitenarm des Beagle Canal, oder - wenn es der Wind zulässt - draußen auf dem stürmischen Gewässer. "Wer hier Segeln lernt, der kann es", zollt auch Arved dem Engagement des Segellehrers Respekt. Und ganz nebenbei schenkt der Kapitän der "Dagmar Aaen" den Kindern auch noch etwas ganz besonderes zu Weihnachten.



Die Kleinen dürfen zu uns an Bord. In Sekundenschnelle klettern zwölf Nachwuchssegler auf das Schiff. Zuerst gibt es eine Führung in jeden Winkel der "Dagmar Aaen". Mauro ist als Übersetzer im Dauerstress. In der Messe folgt dann eine Powerpoint - Präsentation über die Geschichte der Dagmar, über die Expeditionen und über die Arktis. Arved hat es sich nicht nehmen lassen, den Vortrag selbst vorzubereiten. Das Interesse ist riesengroß. Die 8 bis 12-Jährigen wollen alles wissen. Wieviele Leute braucht man zum Segelsetzen, wo schläft die Besatzung. In Seelenruhe beantwortet Arved alle Fragen. Fortan ist die "Dagmar Aaen" ein zentrales Gesprächsthema in Puerto Williams. Auch für uns als Crew sind die Tage ausgefüllt. Mit meterweise Schmirgelpapier wird das Eichenholz von den Spuren der gut 9000 Semeilen langen Reise an den Südzipfel der Erde befreit (Foto). Ab mittags folgen dann die Lackierarbeiten.
 



Zusätzlich werden die Wanten nachgespannt und Überholungen im Rigg vorgenommen. Arved genießt die Wartungsarbeiten am geliebten Dreizylinder Callesen-Diesel. Aber auch die Naturerlebnisse kommen ncht zu kurz. Wir wandern durch Urwald und verschiedene Vegeationszonen auf den 590 Meter hohen Hausberg von Puerto Williams (Foto) oder erleben die unberührte Natur am Ufer des Beagle Canal. Eines Abends gibt es eine spontane Jamsession in der Messe der "Dagmar Aaen". Keri aus Canada hat das internationale Segler - Orchester zusammengerufen: Sie selbst spielt die Ukulele, Nick sitzt an der Djembe, Greg (Foto) aus Neuseeland hat ein Elektrochello mitgebracht, Gabi gibt per Shaker den Rhythmus vor, Jacqui aus Korsika bedient virtuous das Akkordeon und Micha spielt Gitarre - mit Verständigung über Gehör entsteht klingende Völkerverständigung, wie sie besser nicht gelebt werden kann.



Prominenter Besuch kommt auch vorbei. Die "Wawa 2" ankert vor der südlichsten Kleinstadt der Welt. Die knapp 100 Meter lange Superyacht gehört Ernesto Bertarelli, dem jungen Milliardär, der mit seineer Segelyacht Alinghi 2003 erstmals für die Schweiz den America's Cup gewann. Standesgemäß geht es per Helicopter von Bord zum Einklarieren an Land.. Auch wenn wir ungläubig den Kopf schütteln - es ist spannend, solche Gegensätze zwischen unserer Art des Reisens und dem Jetset hautnah mit zu erleben. Im Ort selbst laufen die Vorbereitungen auf Sylvester. Eine Marineformation (Foto) übt in Galauniform mit Trompete und geschulterten Gewehren ein Zeremoniell für den Jahreswechsel - wir werden uns überraschen lassen. 
Matze Steiner


 


 


 


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