Expeditions-Logbuch
25. April 2022
04.03.2016: Puerto Williams
Puerto Williams
Mit dem Erreichen des kleinen Hafens am Beagle-Kanal beginnt der nächste Abschnitt der Ocean-Change-Expedition. Am gestrigen Donnerstag segelte die "Dagmar Aaen" von Ushuaia zurück nach Puerto Williams, von wo aus das Forschungsprojekt mit den Felsenpinguinen starten soll.
Neu an Bord sind neben Torben, Marcus und Uschi auch Marcel, der bereits im vergangenen Jahr mitgefahren ist, sowie natürlich der Wissenschaftler Dr. Klemens Pütz. Klemens ist der wissenschaftliche Leiter der Antarctic Research Trust (ART), einer 1997 gegründeten Stiftung, deren Ziel es ist, Forschung an antarktischen und subantarktischen Tieren durchzuführen, um diese Tiere und ihren Lebensraum besser schützen zu können.
Südliche Felsenpinguine
In den kommenden Wochen stehen die Südlichen Felsenpinguine im Mittelpunkt des Projektes. Die Bestände des Südlichen Felsenpinguins sind seit Jahren rückläufig. Auf den Falklandinseln wurde in den letzten 80 Jahren ein Rückgang um über 80% beobachtet. Es wird vermutet, dass es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren handelt, die räumlich und zeitlich ausgeprägt sind. Als Hauptursachen kommen die kommerzielle Fischerei, die Verschmutzung durch Öl und eine Erwärmung des Meeres mit bisher unbekannten Auswirkungen auf das Nahrungsangebot in Frage.
In der Nähe des südamerikanischen Kontinents, besondern auf zahlreichen Brutinseln im Bereich der chilenischen Fjorde, aber auch auf der argentinischen Insel Isla de los Estados, weisen die Bestände keinen vergleichbaren Trend auf. Ein Vergleich der winterlichen Nahrungsgebiete von Tieren aus rückläufigen (Falklands) und weitgehend stabilen Beständen (Argentinien, Chile) soll weitere Hinweise auf das Zusammenspiel der verschiedenen, sich negativ auf die Bestände auswirkenden Faktoren haben.
Dazu sollen Satellitensender auf Felsenpinguinen aus Kolonien rund um die Südspitze Südamerikas befestigt und anschließend die Wanderungen der Tiere verfolgt werden, um die bevorzugten Nahrungsgebiete und Wanderwege zu identifizieren. Während nämlich von den Falklandinseln bereits aus verschiedenen Kolonien Untersuchungen zu den Winterwanderungen der Felsenpinguine vorliegen, trifft das im Bereich des südamerikanischen Kontinents nur auf die Kolonie auf Isla de los Estados zu. Der Verbleib der Felsenpinguine im pazifischen Bereich ist hingegen noch völlig unerforscht.
Bis zu je 15 Sender sollen in den Kolonien Isla de los Estados (ARG), Diego Ramirez (CL), Isla Ildefonso (CL) und Isla Noir (CL) eingesetzt werden.


