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Expeditions-Logbuch

14 June 2026

Etappenziel Orkney

Der Beginn der Ocean Change 2026 war behutsam. Von Kiel aus ging die Reise zunächst durch den Nord-Ost-Kanal, mit Übernachtungen in Rendsburg und Brunsbüttel, bevor wir von dort weiter nach Helgoland gefahren sind. Für die Crew war das optimal - jeder hat sich für die Reise eingerichtet, sich eingelebt. Die Wachen wurden verteilt, die Sicherheitseinweisung durchgeführt und schließlich im Hafen von Helgoland eine intensive medizinische Einweisung durch unsere Ärztin Sarah durchgeführt. Es ist eine schöne Tradition bei einem Besuch der Dagmar Aaen auf Helgoland geworden, dass sich die Crews des vor Ort stationierten Seenottkreuzers Hermann Marwede, der DGzRS und der Dagmar Aaen zu einem gegenseitigen Besuch einlädt. Der Rettungskreuzer ist eindrucksvoll. Die Retter, stets bescheiden, machen einen unglaublichen Job. In der Nacht waren sie draußen, um einen havarierten Segler mit Mastbruch zu bergen, gleich am nächsten Morgen müssen sie zu einem erneuten Einsatz los. Wir alle haben höchsten Respekt vor der Arbeit der DGzRS bei Wind und Wetter. Sie finanziert sich über Spenden - deshalb ist jede Spende äußerst willkommen.

Die erste Seeetappe führt von Helgoland in den Norden Schottlands zu den Orkney Inseln. Das sind rund 500 Seemeilen einmal diagonal über die Nordsee. Das Wetter ist launisch und wechselhaft, hart am Wind stampft das Schiff, Spritzwasser kommt über Deck, einige aus der Crew sind etwas still geworden - Seekrankheit lässt grüßen. Es gibt drei Wachen. Von Mitternacht bis 4 Uhr morgens die sogenannte Hundewache, von 4 bis 8 die Morgenwache und von 8 - 12 Uhr. Dann beginnt alles wieder von vorn. Jede Wache besteht aus dem Wachführer und ein bis zwei weiteren Crewmitgliedern. Der Skipper und Richard, der Smut sind wachfrei, er versorgt die Mannschaft regelmässig mit super Mahlzeiten. Er kocht gerne vegetarisch und vegan - alle sind begeistert.

Am 12. Juni laufen wir bei Dauerregen und böigem Wind in Kirkwall ein. Wir haben uns rechtzeitig im Hafen angemeldet und beim Einlaufen stehen bereits zwei Festmacher an Land, die unsere Leinen annehmen. Die erste Seeetappe liegt hinter uns.

Die Orkney Inseln sind besonders. In Gesprächen mit Insulanern hört man immer wieder, dass sie sich eigentlich mehr Norwegen verbunden fühlen als dem UK. Das hat historische Wurzeln und hängt mit den Wikingern zusammen, die das Leben hier einstmals geprägt haben. Die jungsteinzeitliche Siedlung Skara Brae datiert 5000 Jahre zurück. Die eindrucksvolle Siedlung ist als archäologische Stätte zugänglich. Steinkreise und alte Grabanlagen zeugen von der Frühkultur auf den Inseln. Das moderne Orkney produziert 130 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien, der Überschuss wird aufs Festland exportiert. Wir bekommen Besuch von Ian, dem Inhaber von „Orkney Odyssee“. Er führt und organisiert u.a. „Renewable Energy Tours". Er erzählt uns von den Gezeitenkraftwerken, von Versuchsreihen mit Wellenkraftwerken und anderen Projekten. Aus dem Stromüberschuss soll eine große Wasserstoffproduktion betrieben werden und die Bevölkerung steht dahinter - von fossiler Energie und Kernkraft will man hier nichts wissen. Hier werden Maßstäbe gesetzt!

Expeditions-Logbuch

(OCEAN CHANGE 2026 has been launched)