Expeditions-Logbuch
21. Juli: Eintreffen in Lunenburg
Weltkulturerbe
Position: 44°03'65 N - 60°47'36 W
Nach der Durchquerung des Bras d'Or Lake ging die Fahrt weiter in Richtung Halifax, wo wir nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt haben. Wesentlich interessanter war der Aufenthalt in Lunenburg.
Die kleine Hafenstadt ist die älteste deutsche Siedlung Kanadas, der Stadtkern ist wunderschön und besicht mit seiner eindrucksvollen Holzarchitektur. Es gibt hier wunderschöne bunte Holzhäuser und Kapitänsvillen - die UNESCO hat Lunenburg 1995 zum Weltkulturerbe erklärt.
Im Jahr 1753 wurde die Stadt von Siedlern gegründet, die zum größten Teil aus Deutschland, der Schweiz und dem protestantischen Frankreich stammten. Seiner Zeit holte Lord Cornwallis die Siedler nach Kanada, er versprach ihnen die freie Religionsausübung und finanzierte ihnen die Überfahrt.
Die Siedlung erhielt den Namen Lunenburg, um König Georg II. von Großbritannien zu ehren, der nicht nur König, sondern zusätzlich noch Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg (Hannover) und Herzog von Braunschweig und Lüneburg war.
Weltweit bekannt ist Lunenburg als Heimathafen der "Bluenose" und "Bluenose II". Dabei handelt es sich um einen berühmten kanadischen Schoner, der 1921 bei der Smith & Rhuland Werft hier in Lunenburg vom Stapel lief und mit 386 m2 das größte Großsegel der Welt besaß. Da der Schoner zu den schnellsten seiner Zeit gehörte, nahm die Besatzung unter Kapitän Angus Walters alljährlich am "Fisherman's Cup" teil, einer Regatta, die zwischen den Fischern der Städte Lunenburg und Gloucester ausgetragen wurde. Die "Bluenose" blieb 17 Jahre in Folge ungeschlagen.
Originalgetreuer Nachbau
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde das Schiff als Frachter eingesetzt und sank 1946 vor Haiti. Anfang der Sechziger Jahre hatte die Brauerei Oland & Sons aus Halifax die Idee, einen originaltreuen Nachbau anfertigen zu lassen. 1963 lief die "Bluenose II" vom Stapel und wurde schließlich 1971 für einen Dollar an die Regierung von Nova Scotia verkauft - wo sie bis heute als Touristenattraktion und Sinnbild der provinz dient.
Für uns geht der Weg weiter zum Highlight der bisherigen Reise. Wir nehmen Kurs auf Sable Island - einer sichelförmigen Insel 220 Meilen vor Nova Scotia, für die es ziemlich schwer ist, überhaupt eine Genehmigung zu erhalten. Wir werden berichten...
