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Expeditions-Logbuch

10.08.2009: Landgang bei Craig Harbour


Pos. 76° 30' N - 075° 46' W


Vor zwei Tagen setzten wir unsere Reise bei ruhigem Wetter fort, um einige Schauplätze der historischen Greely-Expedition aufzusuchen. Am östlichen Ausgang des Jones Sound, nur etwa 30 Seemeilen von Grise Fiord entfernt, entschieden wir uns für einen Landgang zur verlassenen Station Craig Harbour.
Dieser Außenposten wurde 1922 aus politischen Gründen von der kanadischen Polizei RCMP (Royal Canadian Mounted Police) gegründet. Zuvor bereisten nur wenige Inuit aus Kanada und Grönland das hoch im Norden liegende Ellesmere Island zum Jagen. Die Polizeipräsenz wurde notwenig, als die grönländischen Thule-Inuit die kanadische Oberhoheit in diesem Gebiet nicht mehr achteten. In den 1950er-Jahren wurden einige Inuitfamilien angesiedelt, die allerdings wenig später nach Grise Fiord umgesiedelt wurden.



Dazu war es bei teilweise dichtem Seenebel kalt und nass und wir stießen immer wieder auf Treibeis




Wir fanden alte Häuser vor und überall lagen verstreut Dinge des damaligen täglichen Lebens, vieles davon bestimmt von gelangweilten Eisbären verteilt...
Zwischenzeitlich bekamen wir böigen Nordostwind mit 26 Knoten Windgeschwindigkeit - das entspricht einer Windstärke von 6 Beaufort - dazu war es bei teilweise dichtem Seenebel kalt und nass und wir stießen immer wieder häufiger auf Treibeis. Das bedeutet höchste Konzentration für den Rudergänger und für die Wache.
Heute am Montag ist die See wieder ruhiger und ein blauer Himmel setzt sich durch. Wir laufen auf Kurs 070° in der Nares Strait Richtung der Carey Islands.
Auf den Eiskarten zeigt sich eine stärkere Eiskonzentration auf der Westseite des nördlich von uns gelegenen Smith Soundes, aus diesem Grund fahren wir Richtung Ostseite der Baffin Bay.


 


 


Expeditions-Logbuch

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