Expeditions-Logbuch
14. September 2011: Sturmfahrt in Richtung Heimat
Sturmfahrt
Mittwoch, 14. September 2011
Pos.: 60°09' N - 1°09' W
Was für eine stürmische Rückreise!
Der Monat September ist im Nordatlantik häufig von stürmischem Wetter geprägt - soweit nichts Ungewöhnliches. Aber dieses Mal hat uns fast der Hurrikan "Katia" erwischt. Er ist zwar nicht mehr als Wirbelsturm eingestuft, aber immer noch ein kräftiges Sturmtief. Es ist immer diese Gratwanderung, die man treffen muss und die es einem als verantwortlicher Schiffsführer minunter nicht leicht macht: Entweder im Hafen auf optimale Bedingungen warten - die sich um diese Jahreszeit aber nur selten einstellen - oder ein Zeitfenster zwischen den Tiefdrucksystemen nutzen.
Als ich mich am Sonntag Nachmittag nach Sichtung der letzten Wetterinfos spontan entschließe von Torshavn auszulaufen, herrscht in allen Seegebieten südlich von uns entweder "Strong Gale Warning" oder sogar "Stormwarning".
Wir liegen quasi im Auge des Sturmtiefs in dem es vergleichsweise still ist.
Alle Wetterprognosen ließen den Schluss zu, dass wir bis zu den Shetland Inseln mit moderaten Windverhältnissen rechnen konnten.
(Vorhersage Met Office - Gale warnings)
Vorausgesetzt, wir sind schnell genug.
Rum für Alle
Für den 12. September wurde bereits Wind aus Nordost Stärke 7 Beaufort - also ziemlich gegenan - vorhergesagt. Da zudem durch den südlich vorbeiziehenden Sturm hoher Seegang aufgeworfen worden ist, könnte das bedeuten, dass wir kurz vor Erreichen der Shetlands doch noch Ausläufer des stürmischen Windes abbekommen. Aber unsere Strategie ist aufgegangen. Als wir am 12. abends im Hafen von lerwick festmachen, fängt es an zu regnen und zu stürmen. Aber das ist jetzt egal - wir sind da! Es gibt einen Rum für alle und anschließend ein kräftiges Abendessen.
Seefahrt ist spannend!
